Walserweg
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Hinterrhein – Vals

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16. Juni /Walserweg Etappe 2

Von Hinterrhein kann man den Hang zum Valserberg schön hinaufschauen. Viele Höhenmeter (880) und wenig Distanz erwartet einen da zum Pass hinauf. Der Valserberg war lange eine wichtige Verbindung, gingen die Valser doch stets lieber nach Hinterrhein über den Pass, als das Tal hinab nach Illanz. Walser und Romanen sind definitiv zwei Paar Schuhe, das wurde uns in Vals in der Beiz von den Einheimischen beim Feierabendbier (hier wird keine Stange sondern nur Calanda in der Flasche getrunken) nachdrücklich bestätigt.

Der Weg hinauf zum Valserbergpass ist angenehm zu laufen, die erste Hälfte kann man auf einem breiten Weg gehen, die zweite führt über Bergpfade. Ganz oben erwarteten uns drei kleine, letzte Schneefelder am Sonnenhang. Nach dem Pass waren wir auf ein grosses Schneefeld eingestellt, dass es aber grad so riesig war, tja, das hätten wir nicht gedacht. Trotz Regen war die Sicht gut, so dass wir weit sehen konnten, um jeweils eine weit entfernte Wegmarkierung sehen zu können. Ein eigentliches Inselhopping vollführten wir, immer möglichst kurz durch den gut tragenden, aber rutschigen Schnee auf ein Felsinselchen. So kam heute das Nass von oben und von unten, die soliden Bergschuhe fühlten sich irgendwann leicht nass und kalt an.

Da man sich auf dem nirgends unterstellen kann – die Militärkaserne ganz oben haben wir ignoriert und uns aufs Schneefeld konzentriert -, haben wir gar nie richtige Lunchpause gemacht. Erst in Wallatsch machten wir ein kurzes Päuschen im Alpstall. Gleich bei der Alp geht es stotzig durch hohe Plakten zu einem Bach runter. Dieser toste gewaltig und führte grosse Wassermengen. Etwas verunsichert, ob wir denn hier tatsächlich queren können, wählten wir die sicherere Alternative runter nach Peil, um dann auf der Naturstrasse alles nach Vals zu laufen. Von unseren zwei deutschen „Nachwanderer“, die froh um unsere Spuren im Schnee waren, erfuhren wir im Hotel, dass es tatsächlich ein Brücklein gab. Nur kann man dieses von oben nicht sehen.

Das Berliner Ehepaar und wir sollen in diesem Jahr die ersten sein, die den Walserweg laufen. Im Gegensatz zu uns hat das Paar das Pauschalangebot der RhB gebucht, wo neben Unterkunft und Verpflegung auch der Gepäcktransport mit dabei ist. Leider werden uns die Berliner nicht weiter begleiten, da sie eine zweite Nacht in Vals verbringen. Wie auch wir haben sie mit einem Besuch der Therme gerechnet, die nun aber wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Das Badekleid konnten wir deshalb zu Hause lassen.

War die Gegend bis Wallatsch doch menschenleer, änderte sich das ab Peil schlagartig. Was eine Strasse alles ausmacht :-) Hier gehts zuerst durch die Geissenalp vorbei an zwei drei Häusern. Dann treffen wir auf Hühner,  später auf frei grasende Esel. Zwei Fliegenfischer versuchten ihr Glück im Bach und drei Bauarbeiter erneuerten die Stützmauern der Strasse. Überraschend für uns war der Anblick von Vals: sämtliche Dächer sind mit Steinen gedeckt, das Dorf wirkt gross, harmonisch und herausgeputzt. Links und rechts gehen die Berge steil nach oben, als weit kann man das Tal nicht bezeichnen. So nehmen schon mal ein Auge voll vom morgigen Aufstieg zum Tomüelpass, 1100 Höhenmeter solls hinauf gehen. Aber zuerst geniessen wir die Übernachtung und das feine Essen (Capuns) im Hotel Alpina, wo wir überraschenderweise in den Genuss je eines Caminada Zimmers kommen.


 


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