Jakobsweg
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Tricastela – Barbadelo

Sonntag, 26. April / 24 km

Ein bisschen „spanisch“ kam mir heute die galizische Landschaft vor. Ich wähnte mich beinahe in der Schweiz mit ihrer üppigen Vegetation, verschiedensten Bäumen, hügelige Umgebung und viele Kühe. Nur die Kühe sehen doch anders aus… 🙂 Erstaunlich, wie sich die Landschaft nach einer Bergkette ändern kann, und man meint, zu Hause zu sein. Da ist dann auch das Heimweh nicht zu weit weg.

Das Wetter ist auch heute schlecht und ein stetiger Wechsel von nass und trocken. Ich habe keine Ahnung, wie viele Male ich heute etwas von der Regenausrüstung an- oder abgezogen habe. Denn ohne Nass vom Himmel schwitzt man in den Regenteilen zu heftig. Aber darüber habe ich ja bereits gestern gestänkert!

Nach einer ruhigen Nacht – unsere Gruppe hatte eine Herberge ganz allein für sich – machte ich mich um 8 Uhr auf den Weg. Gleich zu Beginn geht er rund 200 Höhenmeter hinauf durch einen Wald. Nur war der Boden – eine praktisch unbefahrene Landstrasse – voll mit toten Tieren bzw. Schnecken und Echsen. Es ist spannend, wie sich gewisse Dinge auf bestimmte Wegabschnitte konzentrieren und dann gleich massenhaft auftreten. So gab es ja einmal viele Fliegen und Mücken, einmal zahlreiche Hüslischnecken, dann ganz viele dieser Seidenspinnerraupen oder ein anderes Mal irgendeine Mischung aus nackter Raupe und Tausendfüssler. Auch bei den Pflanzen gibt es diese spannenden Wechsel und Anhäufungen. So wie das Blumenmeer in den Bergen vor zwei Tagen. Habe ich da berichtet, wie gewaltig der Duft all dieser Blumen war? Unglaublich intensiv und trotzdem lieblich herrlich! Man taucht förmlich in die Farben- und Duftpracht ein.

Etwa auf halben Weg (ich glaub das war in Furela…) stand die erste Bar des Tages am Camino. Heute war wieder mal die währschafte Variante gefragt: Huevos fritos mit frisch gepresstem Orangensaft und Milchkaffe. Letzterer sogar mit einer gekonnten Milchblume  oben drauf. Weiter gings gemeinsam mit einem Amerikaner bis nach Sarria, von wo sich dann fast die ganze Gruppe auf die letzten 4 km nach Barbadelo machte. Sarria ist ein bekannter Pilgerort, wo es unglaublich viele Herbergen und Angebote für Pilger gibt. Denn ab hier sind es noch 110 km bis Santiago, und die bei den Katholiken begehrte Compostela erhält man, wenn man wenigstens 100 km zu Fuss nach Santiago gelaufen ist. Das Massenpilgern beginnt nun also. Geplant ist, dass ich am 1. Mai früh in Santiago ankomme, da an diesem Tag wahrscheinlich nur ganz wenige Kilometer zu laufen sind.

Regen…

…Nebel…

…und irgendwann ein Frühstück mit gekonntem Milchkaffee.

Blick zurück und runter auf Sarria.

In der Kirche von Barbadelos bekamen wir einen exklusiven Stempel – wir wurden speziell hingeführt 🙂

Pilger-Nachtessen in der Casa Carmen

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