Jakobsweg
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Logoso – Fisterra

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Montag, 4. Mai / 29 km

Jetzt bin ich also fast da, am Ende der Welt. Nur noch rund 3 km fehlen bis zum Kap Finisterre. Und die spare ich mir auf morgen auf. Einerseits soll da das Wetter besser sein, andererseits kann ich dann zusammen mit dem Rest der lustigen Gruppe vom Ort Fisterra zum Felsen am Kap rauslaufen.

Für heute war schlechtestes Wetter angesagt und ist auch eingetroffen. Zuerst konnte ich zum Glück mehr als die Hälfte der einsamen Strecke bis Cée (17 km) ohne Nass vom Himmel laufen. Dafür waren die Wege wieder grössere Bachläufe und Seen. Und es wehte ein derart heftiger Sturm, dass ich froh um das Gewicht auf meinem Rücken war, das mich besser auf dem Boden hielt – schräg laufen als neues Erlebnis.

Nach etwas mehr als zwei Stunden war aber fertig lustig, und es setzte ein derart heftiger Regen ein, dass irgendwann die Membranen in Schuhe, Jacke und Hose nicht mehr dicht hielten. So rettete ich mich zu drei Mitpilgern in eine Bar, wo die Regensachen wenigstens etwas abtropfen konnten. Nach dem Kaffee hat sich der Regen gelegt, der kräftige Wind wirkte Wunder und liess die Kleider im Laufen halbwegs trocknen.

Im äusserst verlassen wirkenden Cée sah ich erstmals das Meer, das ich bis Fisterra noch zweimal zu sehen bekam. Vor Fisterra setzte heftiger Regen ein, der mich entlang dem langen Strand begleitete. Erst danach beginnt das eigentliche Fischerdorf mit seinem Hafen und der Fischauktionshalle, die aber heute leider geschlossen war.

Es war ein ganz spezielles Erlebnis, bei solch garstigen Bedingungen zu laufen. Man hat keine Zeit – und durch die Kapuze kein freies Sichtfeld – sich die Gegend genau anzuschauen. Stattdessen muss man sich enorm auf den Weg unmittelbar vor den Füssen konzentrieren. Denn ständig wollen Matsch, grosse Pfützen, Steine und ganze Bäche umlaufen werden. Und wenn es gar heftig blies oder fast Steinchen regnete, musste die Kapuze mit einer Hand in optimal schützender Position festgehalten werden. Und weil ich derart beschäftigt war, ausserdem das Smartphone unmöglich der Nässe aussetzen konnte, gibt es nur sehr wenige Fotos.

 Tja…

Der Weg…  

In Cée angekommen und damit seit Biarritz erstmals wieder am Meer.

 Fisterra wird sichtbar (links gehts dann morgen weiter zum Kap).

Der Strand von Fisterra.

  

2 Kommentare

  1. Prisca Zanzerl sagt

    Herzlichen Dank, liebe Ladina, für Deine wunderbaren Berichte :-))
    Es macht richtig Spass, diese zu lesen.
    So oft denke ich an Dich und hoffe, dass es Dir gut geht. Nun endlich habe ich Deinen Blog entdeckt und alles gelesen. Ich wünsche Dir weiterhin viele tolle Erlebnisse und endlich mal schöneres Wetter!
    Big hug
    Prisca

    • Ladina sagt

      Lieben Dank Prisca! Und ja, die Wünsche haben gewirkt, heute scheint pünktlich zum Abschluss die Sonne! Grossartig!

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