Jakobsweg
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Fisterra – Kap Finisterre

Dienstag, 5. Mai / 3,5 km

Das Beste habe ich mir für heute aufgehoben: den Abschluss meines Caminos am Ende der Welt. Und es hat sich gelohnt, denn seit dem Morgen regnet es nicht mehr und die Sonne ist da!

Obwohl ich ein grandioses Hotelzimmer mit super Bett, Badewanne, wunderschöner Einrichtung und leistungsstarkem Föhn (ein Must-Have zum Trocknen von Rucksack und Schuhen) hatte, schlief ich ziemlich unruhig. Dafür gab es am Morgen ein grosses Frühstück mit Tostadas, Torta Santiago, Apfelkuchen und süssem Brot. Kalorienreich und süss war es auf jeden Fall. Am Strand wartete ich auf die Ankunft der lustigen Gruppe und fand dabei tatsächlich einige Jakobsmuscheln. Heute trägt man als Pilger ja bereits von Beginn weg eine am Rucksack mit.

Am Machmittag bei schönstem Sonnenschein nahm ich die letzten 3,5 km unter die Füsse. Ausnahmsweise ohne Rucksack und in Turnschuhen. Der Weg führt auf der Strasse zum Kap. Und was fährt an mir vorbei? Ein Car mit Aargauer Kennzeichen. Trotzdem war es sehr ruhig am Kap Finisterre, der Massentourismus blieb glücklicherweise aus. Denn auf einem grossen, sonnengewärmten Stein zuvorderst am Kap zu sitzen, vom Wind fast weggeblasen zu werden und rundherum das unendliche Meer zu sehen, war etwas ganz Besonderes. Und zu wissen, was man auf dem Weg alles erlebt, dagelassen und mitgenommen hat, war ein wunderbar bewegender Moment, den ich ganz allein für mich haben konnte. Nach alter Pilgertradition verbrennt man am Kap ein vom Weg zerschlissenes Kleidungsstück. Bei mir ist zum Glück alles einigermassen heil geblieben, weshalb ich mein Glarnertüechli, das mich stets begleitet hat, dem Feuer überliess.

Für heute Abend steht natürlich wieder eine Party an, und morgen zerstreut sich die Gruppe in alle Richtungen. Sie waren meine geduldigen und wertvollen Englischlehrer, thank you guys!!!

Zum Abschluss meines Caminos möchte ich mich speziell bei denjenigen bedanken, die es mir ermöglicht haben, so viel Zeit für mich allein zu haben. Ein besonderes Geschenk! Und ein weiteres Dankeschön allen, die mich auf irgendeine Art und Weise während meiner Zeit auf dem Camino begleitet haben! Morgen geht mein Weg weiter –  mit dem Bus nach Santiago und mit dem Zug weiter nach Madrid. Hasta luego!


   

4 Kommentare

  1. Wunderschöne Bilder. Schön, dass du gesund und munter angekommen bist. Es macht viel Freude dich zu begleiten und ich bin gespannt wie es weiter geht 🙂

    • Ladina sagt

      Danke dir Sabi!!! Aber vorerst mache ich hier ein Päuseli 🙂 Muss mal all die vielen Erlebnisse verarbeiten und meine Achillessehne hätscheln…!

  2. gojkovic Yvonne sagt

    Einfach wunderschön deine Worte zu lesen! Du schreibst sooo schön, ich finde die richtigen Worte nicht wie ich’s beschreiben soll. Hühnerhaut hin und wieder zwischen deinen Sätzen….Freue mich für dich für deinen weiteren Weg. Geniesse ihn! UND ich freue mich wenn du wieder in der „Schwizerdütschen“ Gegend bist, was von dir zu hören!!! OK?

    Ab Sonntag bin ich auch auf spanischem Gebiet…:-) Winke dir dann auf’s Festland rüber…..:-) Machs gut und alles Gute!!!!

    • Ladina sagt

      Dankedankedanke! Ich bin ab Samstag in Valencia und winke dann auf die Insel rüber 🙂

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