Monate: März 2015

Puente la Reina – Estella

Dienstag, 31. März / 22 km Keine Ahnung, wie lange wir heute gelaufen sind. Ich weiss aber, dass ich meine Füsse schonen und die Etappe kürzer halten wollte. Weil aber der Weg einfach zu laufen war, und wir zu viert in Villatuerta eine ausgiebige Pause von aussergewöhnlichen 1,5 Stunden machten, ging es ziemlich problemlos bis Estella. Wunderschön war unterwegs Cirauqui, ein Ort, der auf einen Hügel gebaut ist. Zudem sieht man hier in der Weinregion Navarra (Baskenland) immer mehr Rebberge. Noch rund drei Tage, dann kommt die Region Rioja. Tönt doch auch gut. Noch besser ist, dass ich in Cirauqui beim Essen eines Bocadillo Jamon Steffen getroffen habe, der mir die vergessenen Sachen von Pamplona nachgetragen hat! So guat! Estella ist naja, nicht so toll wie der Name. Noch viel schlimmer war aber die kirchliche Herberge… das war eher übel. Richtige Plastikmatrazen, gefühlte 2 mm dick. Das Bett war zudem max 180 cm lang und vom oberen Bett runter habe ich mir das Schienbein übelst angeschlagen. Das Treppchen war etwa 10 cm breit. Dass es …

Pamplona – Puente la Reina

Montag, 30. März / 25 km / 6 Stunden Relativ viel vorgenommen habe ich mir für den heutigen Tag. Dafür habe ich auch mit Schmerzen in der Achillessehne gezahlt… Da ich in Pamplona nicht nur meine Stirnlampe (!!!), sondern auch meine Wundersalbe (Gelee Royale) vergessen habe – soooo ein Ärger! -, gings in Puente la Reina auf die Suche nach einer Apotheke. Da fand ich während der Siesta eine, die Traumeel im Angebot hatte 🙂 Dazu eine Schmerztablette und mit Eis gekühlt. Morgen gibts gaaaanz sicher nur eine kurze Etappe! Im Etappenort treffen wir auf ganze Kindergruppen (Ostern ist nah und da wird halb Spanien pilgern), weshalb wir gleich eine ganz neue private Herberge (Amalur) inkl. Bar ansteuerten. Der halbe Fisch zum Pilgermenü war super, die Duschen riesig und neu. Was will man mehr!    Rauf… …und wieder runter! Dazwischen auf dem windigen Pass auf etwas über 750 müM Der baskische Volkssport à la Team-Sqash: Pelota Müde und kaputt in Puente la Reina angekommen.   Selbst auf dem Camino gibts Überraschungen 🙂 Frühstück in Puente …

Zubiri – Pamplona

Sonntag, 29. März / 20 km / 4 Stunden Entlang der Arga geht weiter das Tal hinunter nach Pamplona. Das Laufen geht immer noch bestens, nur die letzten Kilometer durch die Vororte von Pamplona sind ermüdend. Die Wanderwege in der Natur sind doch einiges reizvoller als die Asphaltpisten. Die Wanderschuhe sehen inzwischen superdreckig aus. Ein Drittel der Strecke laufe ich sehr zügig allein, danach gehts mit Steffen weiter. In Pamplona ist das Ziel die Casa Paderborn, die gleich vor der Festungsmauer direkt am Fluss wunderschön gelegen ist. Im deutschen Haus sieht man dann die deutschen Pilger (und ich! hab immer noch keine Schweizer Pilger getroffen) wieder. Die Herberge ist klein und perfekt organisiert und eingerichtet. Endlich konnte ich mal so richtig gut schlafen! Am Nachmittag und Abend gings natürlich in die schöne Altstadt von Pamplona. Ein Glas Rotwein aus Navarra kostet in den Bars gerade mal 1 bis 1.50€. Und die Tapas waren herrlich!       

Roncesvalles – Zubiri

Samstag, 28. März /  22 km / 5,5 Stunden Wasser, Wasser, vom Himmel und auf den Wegen. Der leicht abfallende Weg ist angenehm zu gehen, wären da nicht die zahlreichen riesigen Pfützen und Schlammstellen. So läuft man häufig im Zickzack, wobei sich der in Saint-Jean gekaufte Pilgerstab sich immer wieder als nützlich erweist. Auf halbem Weg kann endlich die Regenhose wieder weg. Ziel ist für mich nicht der übliche Etappenort sondern der Ort davor, Zubiri. Hier verzichte ich für einmal gerne auf die öffentliche Herberge, wo es kein Frühstück gibt, dafür Gitter vor den Fenstern. Und zur Dusche und zum WC muss man aus dem Haus. Deshalb bin ich einer Empfehlung meines Buches gefolgt und hab mich in einer hübschen privaten Herberge gemütlich gemacht. Da gab es total nur 6 Gäste, so dass wir lediglich zu zweit in einem Schlafsaal waren. Herrlich ruhig war es da! Und vor allem hatten wir nicht nur viel Platz sondern auch tolle frische Duschen und quasi eine persönliche Toilette 🙂 In Zubiri verteilen sich die Pilger auf verschiedene Herbergen …

Saint-Jean-Pied-de-Port – Roncesvalles

Freitag, 27. März / 26 km / 6,5 Stunden Endlich steht nach der Übernachtung in Saint-Jean-Pied-de-Port (in der Herberge Chemin vers l’étoiles von Eric) die erste Etappe an – und ich werfe wieder meine Pläne über Bord. Da diese über die Pyrennäen führt und als eine der anstrengendsten bezeichnet wird, habe ich mir fest vorgenommen, die ca. 26 km und 900 Höhenmeter in zwei gemütlichen Etappen zu laufen. Deshalb bin ich erst etwas vor 9 Uhr in Saint Jean gestartet, aber bereits nach 11 in Valcarlos, dem geplanten Etappenende angekommen. Also bin ich mit meinen unterwegs angetroffenen Mitpilgern Peter (Australien) und Gabriel (Kanada) weiter gelaufen, wohl wissend, dass uns vor dem Ibanetapass eine sehr lange, happige Steigung erwartet. Und kurz vor dem Anstieg hat uns das schlechte Wetter mit Nieselregen eingeholt. Umso schöner war die Ankunft auf dem Pass und der kurze Abstieg in die Pilgerabtei von Roncesvilles. Diese ist modern und ganz neu renoviert, in zwei riesigen Schlafsälen sind über 180 Betten in jeweils 4-er Schlägen untergebracht. Genial war die Wäscherei, wo die freiwilligen Helfer …

Der Weg lehrt mich Geduld

Donnerstag, 26. März Eigentlich wollte ich möglichst rasch den Weg unter die Füsse nehmen. Aber es will nicht so, wie ich gedacht habe. Der Weg lehrt mich schon am zweiten Tag Geduld. Gestern bin ich mit dem TGV in Biarritz angekommen. Der ursprüngliche Plan war, ab hier zwei etwas kürzere und flache Etappen bis zum eigentlichen Start des Küstenwegs in Heydanne/Irun zu laufen, um nicht gleich mit den anstrengenden Pyrennäen-Etappen anzufangen. Vor der Abreise kamen bei mir aber Zweifel auf, weil der Küstenweg um diese Zeit sehr leer sein soll, und viele Herbergen noch geschlossen sind. So bin ich mit zwei Pilgerführer nach Biarritz angereist, um vor Ort die Entscheidung zu treffen: Küstenweg oder Camino Francés. Tendierte ich in den letzten Tagen zum Hauptweg, wurde ich durch den gestandenen Surfer an der Rezeption der Jugendherberge von Biarritz wieder verunsichert. Er schwärmte von der Schönheit des Küstenwegs. Später am Abend entschied ich mich trotzdem für den Camino Francés. Der erste Wecker in der Jugi ging um 6 Uhr los. Also raus aus den Federn, fährt der …