Jahr: 2015

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Safien Platz – Thusis

19. Juni / Walserweg Etappe 5 Nach einer erholsamen Nacht im Nühus und feinen Zmorga mit ausgezeichnetem Frischkäse vom Nachbarhof gings zuerst steil runter nach Safien Platz. Danach folgte eine etwas kürzere Wiederholung von Vals: Es ging wieder so stotzig hinauf, dass praktisch nur Höhenmeter und keine Distanz überwunden werden mussten. Der Weg war aber in einem ausgezeichneten Zustand und beherbergte einige tierische Überraschungen. Zuerst rettete sich ein Frosch hüpfend vor meinen Wanderschuhen, etwas später erstarrte mitten auf dem Weg ein kleines tiefschwarzes Fabelwesen vor meinem Getrampel. Es stellte sich später als junger Alpensalamander heraus. Heftig erschreckt habe ich eine Gemse, die direkt neben dem Weg graste und mit vollem Mund die Flucht ergriff. Bis Glas war ich richtig schön durchgeschwitzt, danach galt es aber die Jacke anzuziehen. Der Weg bis zum Pass war angenehm, jedoch auf der Strasse zu laufen. Wolken verhinderten, dass ich das im Buch beschriebene Panorama geniessen konnte. Immerhin güxelte der Piz Beverin teilweise aus dem Grau-Weiss heraus. Weil der Boden immer noch sehr nass und die Sicht äusserst schlecht war, entschied ich mich …

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Turrahus – Safien Platz

18. Juni / Walserweg Etappe 4 Mit nur 3,5 Stunden stand heute eine kurze Etappe auf dem Plan, die aber für einiges Kopfzerbrechen sorgte. Eine Frage war, ob ich die Etappe verlängern soll, beispielsweise zwei Stunden länger bis hinauf zum Glaspass. Nur ist ein steiler zweistündiger Aufstieg zum Abschluss des Wandertages nicht immer angenehm. Noch drängender wurde diese Frage, weil bei der Recherche nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Safien Platz unerwartete Schwierigkeiten auftauchten. Das im Führer empfohlene Hotel und Restaurant Rathaus ist nämlich bis auf weiteres geschlossen, konkret bis ein neuer Pächter gefunden wird. Als Alternative spuckt mir das Internet einzig ein Bed & Breakfast aus, das jedoch 300 Höhenmeter und 40 Minuten oberhalb von Safien Platz liegt. Tönt irgendwie nach Umweg oder Extraschlaufe. Und weil ich während der Wanderung eher auf Hüttenstandard eingestellt war, erscheint der Preis für eine Person (meine liebe Begleitung verlässt mich leider nach dieser Etappe) eher hoch. Nach langem Hin und Her, tausend Mal in Frage stellen und nicht entscheiden können, bleibts dann doch beim am Dienstag gefassten Plan: Vom Turrahus laufe ich nur …

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Vals – Turrahus

17. Juni / Walserweg Etappe 3 Von den fünf Etappen, die für diese Woche geplant sind, gilt diese als Königsetappe: hier werden jede Menge Höhenmeter gefressen, 1’160 hinauf und 720 hinunter. Im Walserwegbuch von Irene Schuler wird sie als «konditionell anspruchsvolle Bergwanderung durch eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft» beschrieben. Vom Dorfplatz in Vals macht der Weg keine langen Faxen, sondern führt in gerader Linie durch die letzten Häuser direkt den stotzigen Hang hoch. Gleich am Dorfrand kann man sich für einen etwas sanfteren Einstieg entscheiden und kurz oder etwas länger auf der Strasse hochlaufen. Ansonsten geht es auf dem Wanderweg möglichst direkt steil hinauf, was manchmal schon fast an Treppensteigen erinnert. Zum Glück muss ich da nicht runterlaufen… Der Weg durch den Wald ist im untersten Teil von einem letzten heftigen Unwetter kräftig durchgewirbelt worden. Und der Weg scheint gut gedüngt, muss doch unmittelbar vor uns eine Schafherde hinaufgekraxelt sein. Schritt für Schritt und ein Schweisstropfen am anderen gehts möglichst direkt 700 Höhenmeter hinauf. Dabei fühlt man sich ein bisschen wie einer dieser vielen riesigen …

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Hinterrhein – Vals

16. Juni /Walserweg Etappe 2 Von Hinterrhein kann man den Hang zum Valserberg schön hinaufschauen. Viele Höhenmeter (880) und wenig Distanz erwartet einen da zum Pass hinauf. Der Valserberg war lange eine wichtige Verbindung, gingen die Valser doch stets lieber nach Hinterrhein über den Pass, als das Tal hinab nach Illanz. Walser und Romanen sind definitiv zwei Paar Schuhe, das wurde uns in Vals in der Beiz von den Einheimischen beim Feierabendbier (hier wird keine Stange sondern nur Calanda in der Flasche getrunken) nachdrücklich bestätigt. Der Weg hinauf zum Valserbergpass ist angenehm zu laufen, die erste Hälfte kann man auf einem breiten Weg gehen, die zweite führt über Bergpfade. Ganz oben erwarteten uns drei kleine, letzte Schneefelder am Sonnenhang. Nach dem Pass waren wir auf ein grosses Schneefeld eingestellt, dass es aber grad so riesig war, tja, das hätten wir nicht gedacht. Trotz Regen war die Sicht gut, so dass wir weit sehen konnten, um jeweils eine weit entfernte Wegmarkierung sehen zu können. Ein eigentliches Inselhopping vollführten wir, immer möglichst kurz durch den gut tragenden, …

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San Bernardino – Hinterrhein

15. Juni 2015 / Walserweg Etappe 1 Seit dem 13. Juni ist auch in den Bergen Graubündens offiziell Sommer, so dass ich endlich den Walserweg unter die Füsse nehmen kann. Ein langgehegter Wunsch, der nun über den erlebisreichen „Umweg“ von 890 km (Jakobsweg) in Erfüllung geht. Gemeinsam mit einer Freundin wollte ich am Sonntag in San Bernardino zur ersten Etappe von insgesamt 19 starten. Aufgrund des sehr schlechten Wetterberichts für Samstag bis Dienstag haben wir den Start auf Montag verschoben – mit der Annahme, die erste, eher kurze Etappe im Regen zu laufen. Mit dem Postauto sind wir am verregneten Hinterrhein vorbeigefahren, durch den Tunnel gerauscht und nullkommanichts in San Bernardino angekommen. Dort fielen pünktlich zu unserer Ankunft die allerletzten Tropfen vom Himmel, so dass wir ohne Regenhose loslaufen konnten. Das Wetterglück blieb uns hold: statt der befürchteten Gewitter und Dauerregen blieb es trocken und ruhig. Einzig von unten wurde es sehr nass, mussten doch zahlreiche Bäche mit aktuell sehr viel Wasser überquert werden. Auch der Weg war häufig voll Wasser, so dass wir bereits …

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Fisterra – Kap Finisterre

Dienstag, 5. Mai / 3,5 km Das Beste habe ich mir für heute aufgehoben: den Abschluss meines Caminos am Ende der Welt. Und es hat sich gelohnt, denn seit dem Morgen regnet es nicht mehr und die Sonne ist da! Obwohl ich ein grandioses Hotelzimmer mit super Bett, Badewanne, wunderschöner Einrichtung und leistungsstarkem Föhn (ein Must-Have zum Trocknen von Rucksack und Schuhen) hatte, schlief ich ziemlich unruhig. Dafür gab es am Morgen ein grosses Frühstück mit Tostadas, Torta Santiago, Apfelkuchen und süssem Brot. Kalorienreich und süss war es auf jeden Fall. Am Strand wartete ich auf die Ankunft der lustigen Gruppe und fand dabei tatsächlich einige Jakobsmuscheln. Heute trägt man als Pilger ja bereits von Beginn weg eine am Rucksack mit. Am Machmittag bei schönstem Sonnenschein nahm ich die letzten 3,5 km unter die Füsse. Ausnahmsweise ohne Rucksack und in Turnschuhen. Der Weg führt auf der Strasse zum Kap. Und was fährt an mir vorbei? Ein Car mit Aargauer Kennzeichen. Trotzdem war es sehr ruhig am Kap Finisterre, der Massentourismus blieb glücklicherweise aus. Denn auf …